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Macht das Internet gedruckte Stellenanzeigen überflüssig?
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Nehmen wir die Entwicklung des Jahres 2006, die aufzeigt, dass der Umfang der Stellenanzeigen in Tageszeitungen um 30 bis 40 Prozent gestiegen ist. Eine klare Aussage dazu hat die ZMG (Zeitungs-Marketing-Gesellschaft) kommuniziert: Bei der Arbeitssuche würden 60 Prozent der Berufstätigen zur Zeitung greifen, die Arbeitsagentur würde von 56 Prozent genutzt und das Internet liegt mit 43 Prozent auf Platz drei (Mehrfachnennungen waren selbstverständlich erlaubt).
Sicher kann jeder, der den Anzeigenteil der Samstag-Ausgabe in regionalen und auch überregionalen Zeitungen aufschlägt, selbst leicht die steigende Tendenz feststellen.
Gute und qualifizierte Mitarbeiter zu finden wird zunehmend schwieriger.
Erstaunlicherweise häufen sich trotzdem die Anzeigen mit fast deckungsgleichen Überschriften, Texten und Inhalten. Mit etwas mehr Kreativität wäre es sicher möglich, werbewirksamere und effektivere Anzeigen zu gestalten.
Jobbörse auf der eigenen Homepage
Zahlreiche Unternehmen bieten unter „Jobbörse“ auf der eigenen Homepage Stellenangebote an.
Oft können nicht alle Vakanzen einer Firma in den Druckmedien erscheinen (Raum- und Kostengrenzen). Die Preisvorteile – die das Internet bieten – erlauben es, alle offenen Stellen im Internet zu präsentieren. Dazu zählen auch die bisher nur im Unternehmen ausgehängten internen Stellenausschreibungen. Für Stellensuchende hat es den Vorteil, dass insgesamt mehr Stellenangebote zu finden sind.
Weitere Vorteile
- Das Internet ist ein schnelles Medium, denn das Online-Angebot ist für den Bewerber schneller verfügbar als die Zeitung am Kiosk.
- Im Gegensatz zu Tageszeitungen sind Jobangebote im Internet nicht nur einen Tag verfügbar. Wichtig ist jedoch die tägliche Aktualisierung, denn es ist mehr als lästig, wenn weitere Bewerbungen zu bearbeiten sind, obwohl die Stelle längst besetzt werden konnte.
- In den Druckmedien werden die Anzeigen nach Millimetern berechnet, deshalb müssen Sie hier um jedes Wort ringen. Im Internet spielen die Kosten so gut wie keine Rolle. Deshalb können Online-Stellenanzeigen mit viel mehr Informationen versehen werden.
- Für den Bewerber kostet es fast nichts, eine E-Mail zu verschicken.
Mögliche Problemfelder
- Häufig haben E-Mail-Bewerbungen den Geruch einer Massensendung, denn Kandidaten neigen oft dazu, standardisierte Bewerbungen zu verschicken.
- Oft kommen so ausführliche E-Mail-Bewerbungsunterlagen an, dass man glaubt, aufgrund des Umfanges einen Roman erhalten zu haben.
- Computer-Spezialisten neigen gerne dazu, ihre Bewerbungen allzu „flapsig“ zu verfassen. Bei einer Anrede wie „Hey Leute“ im Anschreiben kommt nicht immer und überall Begeisterung auf.
Initiativbewerbungen verschlingen jede Menge Zeit, vor allem dann, wenn diese in großen Mengen eintreffen und bearbeitet werden müssen. Diese Form der Bewerbung trifft aus Sicht des Empfängers terminlich wahllos und auch ohne erkennbares System ein.
Der Vermerk in der Jobbörse auf der Webseite des Unternehmens, dass hier ALLE freien Arbeitsstellen aufgeführt sind und sonst KEIN Bedarf besteht, kann diese Flut an Unterlagen etwas eindämmen. Mit gutem Erfolg hat ein Firmenchef in seiner Jobbörse darauf hingewiesen, dass alle Initiativbewerbungen – die sich nicht auf einen angebotenen Arbeitsplatz beziehen – ungeprüft zurückgeschickt werden.
Es gibt zwar immer wieder einige Kandidaten, die das nicht glauben und trotzdem ihre Bewerbungsunterlagen schicken. Dieses Unternehmen verfährt aber konsequent so, wie es auf der Homepage angekündigt wird. Daher bewegen sich die Initiativbewerbungen auch in einem erträglichen Rahmen.
Wenn Sie jedoch bei Ihrem Inserat nur „wachsweiche“ Formulierungen wählen, dann dürfen Sie sich auch nicht über eine Bewerbungs-Lawine wundern.
Die Firmen-Homepage ist meist nicht optimal
Wenn man die Inhalte verschiedener Firmen-Homepages vergleicht, stellt man fest, dass die Informationen oft ohne klare Aussagen und auch austauschbar sind.
Sehen wir uns den folgenden Text an: „Wir sind ein innovatives Unternehmen und verdanken unseren Erfolg unseren Mitarbeitern“. Dieser Satz kann doch wirklich auf JEDER Homepage stehen oder ist Ihr Unternehmen NICHT innovativ? Das wollen doch alle Arbeitgeber sein – ob es nun stimmt oder nicht – und auch den Mitarbeitern verdanken fast ALLE den Erfolg.
Versetzen Sie sich mal in die Lage eines Bewerbers. Der blättert inzwischen in der zwanzigsten Homepage und findet fast überall diesen Satz. Wie aussagefähig halten Sie so etwas?
Weitere Beispiele:
„Tolles Arbeitsklima, interessante Tätigkeiten, Karrierechancen usw.“. Das sind doch alles nur leere Worthülsen, die noch dazu von ellenlangen Texten umrahmt werden.
Für einen Bewerber ist es sehr schwer, dieser Flut von Informationen zu entnehmen, um was es IHNEN und Ihrem Unternehmen eigentlich geht. Etwas weniger – dafür übersichtlichere – Informationen ergeben häufig ein deutliches Plus.
Sie möchten keinesfalls, dass ein Kandidat seine Bewerbung mit leeren Worthülsen aufpeppt; dies gibt gleich ein dickes Minus! Warum tun Sie es dann?
Etwas mehr Mühe bei der Gestaltung Ihrer Homepage wäre schon angebracht. Denken Sie auch daran, dass Berufserfahrene deutlich mehr bzw. andere Informationen erwarten als Absolventen oder Azubis.
TIPP:
Leider verpassen gerade kleine und mittelständische Firmen – die sich oft im Wettstreit mit Konzernen um qualifizierte Mitarbeiter befinden – eine große Chance. Sehr häufig vergeben Unternehmen (die z.B. Jobs für Ingenieure anbieten) nicht einmal wichtige Schlüsselbegriffe, um von Internet-Suchmaschinen gefunden zu werden. Ist es dann verwunderlich, wenn Bewerber nicht oder nur durch Zufall auf Ihr Stellenangebot stoßen?
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